Der Rattenfänger von Hameln: Erfindung oder Wahrheit?

Die Sage über den „Rattenfänger von Hameln“ ist weltweit bekannt, denn sie wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Es wird geschätzt, dass mehr als eine Milliarde Menschen sie kennen. Selbst in fernen Ländern gehört sie häufig zum Schulunterrichtsstoff; besonders in Japan und in den USA ist sie sehr beliebt. Alte Dokumente und Fundstücke liefern Indizien dafür, dass am 26. Juni 1284 tatsächlich 130 Kinder aus Hameln verschwunden sind. Ist die Sage also nun Erfindung oder Wahrheit?

Gernot Hüsam ist pensioniertet Lehrer und Heimatforscher. Er glaubt, das Rätsel um das Verschwinden der 130 Kinder aus Hameln gelöst zu haben. Die Gegend um den Koppenberg ist wild und unheimlich. Es ist ein magischer Ort, der schon in vorchristlicher Zeit als Kultstätte genutzt wurde. Hüsam glaubt, dass sich hier junge Leute aus Hameln regelmäßig getroffen haben, um ausgelassene, heidnische Feste zu feiern, auf denen es mit dem Teufel zuging. Angeführt wurden sie von einem buntgekleideten Pfeifer.

Das wilde Treiben ging den streng religiösen Grafen von Spiegelberg zu weit. Die drei Brüder residierten auf der Burg Coppenbrügge nahe dem Koppenberg. Hüsams Annahme: Die Grafen und ihre Söldner lauerten den Jugendlichen auf und ließen diese ermorden. Die Leichen versteckten sie in einer Höhle, deren Eingang sie zuschütten ließen, um die Spuren zu verwischen. Hüsam glaubt, auf einer Illustration eine verdeckte Botschaft gefunden zu haben, die seine Theorie bestätigt. Mehr über diese unheimliche Geschichte lesen Sie hier.

Tatsache ist, es haben sich zahlreiche Komponisten, Autoren, Maler und Filmschaffende mit dieser schaurigen Erzählung beschäftigt. Am 19. März 1879 wurde in Leipzig Victor Ernst Nessler’s Oper „Der Rattenfänger von Hameln“ erfolgreich uraufgeführt. Sie ist inzwischen fast vergessen.

Auch zeitgenössische Komponisten haben sich mit der Thematik beschäftigt. Hellmut Haase-Altendorf, Rainer Bartesch und Stefan Adam haben unter diesem öder ähnlichen Titel Werke geschrieben. Die neueste Ausgabe liegt nun vom Österreicher Otto M. Schwarz vor, die im Verlag Mitropa erschienen ist. Das Werk kann in zwei verschiedenen Versionen aufgeführt werden: rein instrumental (ohne Erzähler) – dabei sind die Generalpausen kurzzuhalten, oder, mit Erzähler – er spricht in den Pausen, aber nicht während der Musik.

Ist also „Der Rattenfänger von Hameln“ ein Kriminalfall oder reine Erfindung. Vielleicht lösen Sie das Rätsel um die verschwundenen 130 Kinder aus Hameln.

(Quelle: Wikipedia / planet-wissen)

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top