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…so betitelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihren Bericht zum Tod des spanischen Komponisten Cristobal Halffter. Halffter zählte zu den bedeutendsten spanischen Komponisten der Gegenwart, der sich – obwohl sein Lebenslauf der eines Kosmopoliten ist – in Werk und Wirken seiner spanischen Heimat verpflichtet zeigte.

1930 wurde Halffter, der auch deutsche Vorfahren hatte, in Madrid geboren. Sein Großvater Ernesto Halffter Hein (geb. als Ernst Albert Halffter) war Juwelier und stammte aus Königsberg. Seine Onkel Ernesto und Rodolfo Halffter waren ebenfalls geachtete Komponisten. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Deutschland; von 1936 bis 1939 lebte er in Velbert, wo der Vater Fabrikdirektor war. Von 1939 bis 1951 lernte Halffter in Madrid Klavier, Musiklehre, Harmonielehre und Kompositionslehre, unter anderem als Privatschüler von Conrado del Campo.

Halffters erste Komposition in Zwölftontechnik, Fünf Mikroformen für Orchester, geriet 1960 in Madrid zum Skandal. Gleichwohl wurde er 1961 zum Lehrer für Komposition und Formenlehre an das Real Conservatorio Superior de Música de Madrid berufen. Von 1964 bis 1966 war er Direktor dieses Instituts. Da er mit den antiquierten Methoden der Musikpädagogik an diesem Institut nicht übereinstimmte, ließ er sich von seiner Lehrtätigkeit freistellen. Diese Entscheidung war auch durch seine Hinwendung zu schöpferischer Arbeit im Dirigieren und Komponieren begründet. Er erhielt Stipendien durch die Ford Foundation für Amerika und durch den DAAD für Berlin.

Am 23. Mai ist Cristóbal Halffter in Ponferrada gestorben. Er wurde 91 Jahre alt.  Hier eine Auflistung seiner Werke.