Es war in den späteren 1980er Jahren, da organisierte ich ein Seminar „Humor in der Blasmusik“. Kein geringerer als Henk van Lijnschooten war Seminar Leiter. Und eines hat er uns schnell klar gemacht: Humor in der Musik ist nicht lustig, sondern Schwerarbeit. Nicht nur die dargebotene Musik muss perfekt einstudiert werden, auch schauspielerisches Können ist (oft) gefragt. Humor kann, unprofessionell dargeboten, schnell in Klamauk abgleiten.

Nun muss man hier unterscheiden zwischen einem rein kompositorischen- humoristischen Werk, wie z.B. „Scherzpolka“ von Thomas Doss oder „Rossini’s Birthday Party“ von Henk van Lijnschooten. Wer erinnert sich auch nicht an das Orchester Spike Jones, das immer für Lacher und musikalische Gags in seinen Werken sorgte. Oder kennen Sie vielleicht die Tragik-Komödie des ehrgeizigen Trompeters, dem sein Übereifer von der Trompete zur Kuckuckspfeife führte?

Andererseits gibt es Werke, wo zum musikalischen auch schauspielerische Leistungen gefragt sind. Zum Beispiel das lang bewährte Stück „Der Musikerstreik“ von Hans Kliment, einer humoristischen Szene, bei der die Musiker den Kapellmeister verlassen (gut geeignet um in die Konzertpause zu gleiten). Oder hier ein neues Stück des Österreichers Michael Auer „Böhmischer Alptraum„. Dabei handelt es sich um eine Polka, (oder doch nicht?) welche für die Musiker und den Dirigenten zu einem Alptraum werden kann. Die Schwierigkeiten liegen neben den spieltechnischen Herausforderungen an den unterschiedlichen Taktwechsel, den verschiedenen Tempi, plötzliche Generalpausen, 6/8 bzw. 2/4 Takte zur selben Zeit und noch vieles mehr. All das soll sehr spielerisch und leicht dargeboten werden, damit der Eindruck einer „normalen“ lustigen-böhmischen Polka stehts erhalten bleibt. Genauere Infos finden Sie (oben) im angegebenen Link.

In unserer Datenbank haben wir eine eigene Unterkategorie „Humoristische Werke„. Dort können Sie vielleicht neue Werke humoristischer Art kennen lernen. Aber auch wir sind neugierig auf Stücke, die wir nicht kennen. Deshalb bitten wir um Mitarbeit: nennen Sie uns Werke, die zu dieser Thematik passen.

Ich kann mich noch an diese oben erwähnte Seminar erinnern, in dem uns Henk van Lijnschooten am Ende des Seminars einige Werke vorspielte. Wir zerkugelten uns bei einem Stück vor Lachen, leider weiß ich nicht mehr den Titel: es war ein Trompetenkonzert, bei dem vorerst gar nichts passierte, bis es zu einem Spitzenton kam, den der Trompeter nicht traf. Im Laufe des Konzertes war dieser „Spitzenton“ der „Running Gag“, denn niemals erwischte der Solist diesen Ton. Gegen Ende wurden die Fehler immer mehr, bis das das ganze Orchester auseinanderbrach. Das war hohes Können des ganzen Orchesters, denn dieses „Falschspiel“ so überzeugend darzustellen, ist keine einfache Sache.

Also: wenn Sie Humor haben, schreiben Sie uns.