Die Verbeugung vor seinen glorreich-fürchterlichen Vorgängern der 50er Jahre Film-Welt nimmt die Rocky Show schon mit dem Eröffnungssong vor: „Science Fiction Double Feature“ ist gleichzeitig Ode an und Parodie auf billigste Science-Fiction-Streifen, in deren Tradition sich der Film fortan genüsslich suhlt – inklusive der ganz bewusst auf schlecht getrimmten Schauspielleistungen und den hübsch trashig aussehenden „Spezialeffekten“.

Doch auch die klischeehafte Welt des Musicals wird ausreichend gewürdigt: Herrlich die verklemmte Romantik im gegenseitigen Liebesgeständnis des jungen Paares Brad und Janet, das sich auf dem Weg in einen konservativ-kuscheligen Kurzurlaub wähnt – bis ihr Wagen in gewittriger Nacht schlapp macht und sie in einem nahegelegenen Haus um Hilfe bitten. Zu dumm nur, dass dies ausgerechnet das Anwesen von Frank N. Furter ist. Und spätestens, wenn sich dieser als „Sweet Transvestite from transsexual Transsylvania“ vorstellt, haben wir den Kosmos des Normalen längst verlassen. Mit dem „Time Warp“, die ultimative Mitsing- und Tanznummer des Films, reist auch der Zuschauer an der Seite von Brad und Janet in die verrückte Welt von Frank N. Furter, in der sich Motive aus den schrottigsten Kapiteln der Science Fiction reihenweise die Hand geben: von Frankensteins Monster bis zur drohenden außerirdischen Invasion ist ganz sicher nichts dämlich genug, um in dieser brillanten Satire-Collage nicht verwurstet zu werden.

Doch die transsexuelle Freakshow in den Gemäuern des Frank N. Furter ist weit mehr als ein Mittel zum spektakulären Zweck: Unter ihrer knallbunt-verrückten Oberfläche war und ist die „Rocky Horror Picture Show“ auch ein Plädoyer für die offene Verwirklichung des eigenen Verlangens. Stellvertretend für alle verstockten Spaßbremsen dieser Welt werden dem prüden Pärchen Brad und Janet erst die Klamotten und schließlich alle Hemmungen genommen – wenn sich am Ende die gesamte Besetzung in Strapsen gekleidet bei einer Orgie wiederfindet, ist es ganz egal, wer vorher alles mit wem geschlafen hat. (Filmzentrale)

Sowohl in den Theater- als auch Kinoaufführungen neigt das Publikum bis heute dazu, enthusiastisch und aktiv an der Handlung auf der Bühne beziehungsweise vor der Leinwand teilzunehmen. Verkleidungen der Zuschauer, Utensilien, wie Wasserpistolen und Zeitungen (um den Regen in der Ankommensszene des urromantischen Pärchens Brad und Janet plastisch zu unterstreichen), Konfetti, Leuchtstäbe und Toilettenpapier-Rollen sowie das Mitsingen und Mittanzen, vor allem beim Song „Time Warp“, in den Sitzreihen sind Teil des Spektakels. (Wikipedia)

Premiere des Films „The Rocky Horror Picture Show“ war am 14. August 1975 in London. Lassen Sie Ihr Publikum an dieser kultigen Musik teilhaben.