Danziger Fanfare – gewidmet Lech Walesa

40 Jahr ist es her, dass Lech Walesa und seine Gefolgsleute durch die Streiks und Besetzung der Danziger Werft die Legalisierung der Solidarność-Bewegung durch die kommunistische Regierung erzwang.

1978 organisierte Lech Walesa zusammen mit Andrzej Gwiazda und Aleksander Hall die illegale Untergrundvereinigung „Freie Gewerkschaften Pommerns“. 1979 wurde er mehrfach wegen Betreibens einer „anti-staatlichen Organisation“ verhaftet, doch das Gericht sprach ihn frei. Er durfte das Gefängnis Anfang 1980 verlassen.

Nach dem Beginn des Streiks und der Besetzung der Danziger Werft, erkletterte Wałęsa nach eigener Darstellung am 14. August 1980 die Werftmauer und wurde zum Streikführer. In ganz Polen folgten Arbeiter spontan dem Danziger Beispiel und legten aus Solidarität in ihren Betrieben ebenfalls die Arbeit nieder. Wałęsa erkämpfte einige Tage später eine Einigung mit der Werftleitung und erklärte den Streik für beendet. Anna Walentynowicz stoppte jedoch die Arbeiter, welche die Danziger Werft verlassen wollten, und überzeugte sie, ein überbetriebliches Streik-Koordinationskomitee zu bilden, das den Generalstreik in Polen anleiten und unterstützen sollte.

Im September 1980, vor 40 Jahren also, unterzeichnete die kommunistische Regierung mit dem Streik-Koordinationskomitee eine Vereinbarung, die u. a. die systemunabhängige Gewerkschaft Solidarność legalisierte. Das Streik-Koordinationskomitee legalisierte sich als „Nationales Koordinationskomitee der Gewerkschaft Solidarität“ (polnisch Krajowa Komisja Porozumiewawcza) und Wałęsa wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Musikalisch wurden diese Vorfälle nicht wesentlich verarbeitet, nur der polnische Komponist Krzysztof Penderecki hat eine „Danziger Fanfare“ (für Blechbläser und Schlagzeuger) geschrieben, die er dem Organisator und späteren Präsidenten Polens, Lech Walesa, gewidmet hat.

Weitere Werke, die Streiks betreffen und einen zeitgeschichtlichen Hintergrund haben, finden Sie unter diesem Link.