Der deutsch-amerikanische Musiker André Previn starb im Alter von 89 Jahren.

Photo: Steve Bowbrick, CC BY 2.0, Link

André Previn gehörte zu den wichtigsten Dirigenten der Wiener Philharmoniker – doch er war ein außergewöhnliches Multitalent, weltberühmt als Unterhaltungs- Jazz- und Filmmusiker. Das London Symphony Orchestra äußerte sich tief bestürzt über den Tod des Musikers. Previn wurde mit vier Oscars, zehn Grammys und für sein Lebenswerk mit dem Kennedy-Preis ausgezeichnet.

André Previn wurde als drittes Kind des Rechtsanwalts Jakob Priwin (im späteren amerikanischen Exil nannte er sich Jack) und seiner Frau Charlotte, geb. Epstein, in Berlin geboren. Über das Geburtsjahr gibt es widersprüchliche Angaben (1929 oder 1930), auch von Previn selbst. Die Familie Priwin musste bei ihrer Emigration 1938 vor den Nationalsozialisten alles zurücklassen, so auch Unterlagen wie Geburtsurkunden. Mehr Indizien deuten allerdings auf 1929 als Geburtsjahr hin. Die heutige Schreibweise des Familiennamens übernahm man im Exil von amerikanischen Verwandten, zu denen Charles Previn gehörte, ein Cousin zweiten Grades von Previns Vater, der unter anderem von 1936 bis 1944 Musikdirektor bei Universal in Hollywood war. André Previn war seit 1943 US-amerikanischer Staatsbürger. (Wikipedia)

Nachdem die Familie über Paris in die USA gelangte, entdeckte Previn bald sein musikalischen Talent. Mit 15 Jahren gab er bereits ein erstes Jazzkonzert in der Philharmonie von Los Angeles und zählte bald zu den gefragtesten Jazzpianisten seiner Zeit in Amerika. Er stand regelmäßig mit Größen wie Benny Goodman, Dizzy Gillespie, Benny Carter oder Billie Holiday auf der Bühne.

In den 1940er Jahren bekam Previn einen Vertrag als Hollywood-Musiker beim Studio Metro Goldwyn Meyer. Die erste Filmmusik schrieb er für eine Folge der Serie «Lassie». Für die Filme «Gigi», «My Fair Lady», «Porgy and Bess» sowie «Irma la Douce» heimste er jeweils einen Oscar für die beste Filmmusik ein. Trotz des Erfolgs wandte er der Traumfabrik nach 16 Jahren schlagartig den Rücken und widmete sein Talent der klassischen Musik. Er lernte das Dirigieren, übernahm 1967 das Houston Symphony Orchestra und wurde nach nur drei Jahren als Nachfolger von Claudio Abbado als Chefdirigent und Musikdirektor an die Spitze des London Symphony Orchestra berufen. Es folgten Kooperationen mit so gut wie allen großen Orchestern der Welt. Zudem galt er als einer der weltweit wichtigsten zeitgenössischen Komponisten. Neben seinen Grammys wurde er 2011 mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und damit einem der höchsten deutschen Orden ausgezeichnet.

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