„Ich möchte mit meinem Blasorchester ein ganzes Musical aufführen. Das heißt, mit Sängern, Chor, Schauspieler usw. Die Suche nach solchen Werken entpuppt sich aber nicht als sehr einfach!“ Ein Hilferuf, der von uns ernst genommen wird. Erstens ist diese Anfrage nicht nur für den Fragesteller interessant, und zweitens könnte diese Konzertgestaltung auch andere Orchesterleiter interessieren.

In der Unterkategorie „Musik aus Musicals“ sind ja durchwegs nur Werke aus bereits existierenden Musicals zu finden. Meistens Potpourris aus einem oder eine Mixtur aus verschiedenen Werken. Für die gestellte Anfrage also nicht geeignet.

Fündig wird man in diesem Fall in der Unterkategorie „Szenische Aufführungen„. Hier haben wir jene Werke gesammelt, die nicht nur ein Orchester brauchen, sondern auch Schauspieler, Sängern und mehr.

Beispielsweise: „Around Air“ – Eine Musiklegende – von Irlando Danieli aus dem Verlag Wicky: eine szenische Darstellung in 5 Akten für 2 Rezitatoren, eine weibliche Solostimme, Chor und Harfe (Text auf Italienisch und Englisch). Auf musikalischem Weg lädt das Wort des Heiligen Franziskus die Geschöpfe des Herrn zu Frieden und Brüderlichkeit ein.

Es war einmal…„, so beginnen die meisten Märchen der Gebrüder Grimm. Unter diesem Titel hat Jan van der Roost ein Singspiel für Erzähler, Schauspieler (ad lib.), Kinderchor und Blasorchester geschrieben. In diesem Singspiel, das zu Ehren des 150. Todestages von Jacob Grimm im Jahr 2013 komponiert wurde, wechseln Gesang und gesprochener Text einander fortlaufend ab und auch das Orchester spielt eine wichtige Rolle, sodass das Gesamtwerk inhaltlich und klanglich abwechslungsreich ist. Es war einmal … kann auch konzertant aufgeführt werden und bietet außerdem Möglichkeiten für eine (teilweise) szenische Umsetzung.

Ein „Lebens“-Werk zwischen Eros und Ethos. Ein Projekt in Musik, Bild und Tanz bietet das Werk „Mystica“ von Hubert Hoche. Es geht um nichts weniger als das Leben selbst: von der Geburt bis zum Tod, vom Werden über das Wachsen und Gedeihen zum Vergehen. Das Leben – ein Mysterium, dem wir staunend gegenüber stehen und dessen Protagonisten wir doch selbst sind. Der Komponist Hubert Hoche hat in sieben Bildern eine Musik geschaffen, die den Verlauf des Lebens widerspiegelt im Spannungsfeld zwischen Trieb und Vernunft, Ethos und Eros, Individualität und stetiger Wiederkehr.

Don Quijote, von Thomas Stolz, wurde geschrieben für Kinderchor, Solisten, Darsteller, Tänzer und Band/Orchester. Der Chor und die Rolle der Solisten und Schauspieler sind für Unterstufe/Grundschule geeignet. Es gibt viele kleine Schauspielrollen sowie Rapper und Tänzer, welche die instrumentalen Stücke umsetzen sollen. Auch eine Perkussionsgruppe lässt sich (szenisch) integrieren, da bei einigen Stücken Noten für zusätzliche Perkussionsspieler ausnotiert sind.

Wie „Don Quijote“ sind auch viele andere in der Besetzung ähnliche Werke im Verlag HeBu, Deutschland, erschienen. Siegmund Andraschek, Josef Bönisch und Reinhard Summerer haben sich in diesem Genre versucht und etliche Werke geschaffen, die den Aufführenden wie den Zusehern und Zuhörern Freude machen werden.