Walpurgisnacht: wenn sich Hexen mit dem Teufel treffen.

Bild: dpa

In der Nacht vom 30. April brennen die Feuer. Hexenfeuer! Von Polarkreis bis zur Südspitze Italiens, von Portugal bis in den äußersten Osten Europas, überall treffen sich die Hexen, um den Pakt mit dem Teufel zu erneuern. Auf Besen, Mistgabeln und Böcken kommen sie geflogen, um in der Nacht vor dem Tag der heiligen Walburga ihr ausschweifendes und gottloses Treiben abzuhalten: Hexen. Männer und Frauen, manche halbnackt, mit glänzenden Augen und vom Wind zerzausten Haaren. Zuerst sind es nur ein paar, doch rasch werden es immer mehr. Ein großes Feuer lodert auf der Lichtung des Berggipfels auf, Schatten tanzen im flackernden Licht der Flammen zu wilder Musik.

Es ist die allgemeine Vorstellung der Walpurgisnacht, vom 30. April auf den 1. Mai, in der sich Hexen zusammenrotten und wilde Feste abhalten. Aber sie gilt nicht nur als eine Zeit der Magie und Hexerei, sondern symbolisiert einen Übergang: Man kommt zusammen, verabschiedet sich von der kalten Jahreszeit, treibt mit Feuern den Winter aus und läutet die warmen, sonnigen Monate ein. 

Walburga wurde um das Jahr 710 als eines von vielen Kindern einer wohlhabenden englischen Familie in Devon (Wessex) geboren. Die königliche Abstammung, nach der sie die Tochter von König Richard dem Angelsachsen und seiner Frau Wuna war, ist nicht sicher belegt, eine begüterte oder vielleicht sogar privilegierte gesellschaftliche Stellung ihrer Familie, sprich Adel, kann jedoch durchaus angenommen werden. Früh verwaist, soll sie bereits im Alter von zehn oder elf Jahren in das Kloster von Wimborne in Dorset aufgenommen worden sein, zu dieser Zeit bekannt für seine Gelehrsamkeit und gute Ausbildung für junge Frauen aus der westsächsischen Oberschicht. Dort verbrachte Walburga rund 26 Jahre ihres Lebens und wurde von Äbtissin Tetta sorgfältig auf eine Aufgabe als Missionarin in den zu dieser Zeit weitgehend noch heidnisch geprägten deutschen Landen vorbereitet.

Ihre neue Heimat befand sich zunächst in Tauberbischofsheim, wo sie in dem von Lioba geleiteten Kloster lebte. Nach dem Tod ihres Bruders Wunibald von Heidenheim 761 übernahm Walburga das von ihm etwa zehn Jahre zuvor gegründete Männerkloster Heidenheim, einen wichtigen Missionsstützpunkt; wenig später kam ein Frauenkloster hinzu. Durch die Leitung dieses mächtigen Doppelklosters wurde Walburga zu einer der bedeutendsten Frauen des christlichen Europas. 

Die Heiligsprechung Walburgas soll am 1. Mai (um das Jahr 870 durch Papst Hadrian II.) anlässlich der Umbettung ihrer Gebeine erfolgt sein. Das ist auch der Grund, dass der 1. Mai als Gedenktag eingeführt wurde.

Goethe hat sich in „Faust“ mit der Walpurgisnacht beschäftigt. Auch einige Komponisten haben sich dieser Walpurgisnacht angenommen, aber auch der Hexenkult hat sich in zahlreichen Arbeiten niedergeschlagen.

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