Vor 500 Jahren war in vielen christlichen Köpfen noch klar: Die Erde ist eine Scheibe und die Sonne, ja das ganze Universum, dreht sich um die Erde. Dass wir auf einer Scheibe leben, daran glauben jedoch manche Menschen heute noch. In diesem Bericht geht es jedoch nicht darum, ob eine runde Scheibe oder Kugel, sondern um den Menschen, der als erster die Welt in einem Segelschiff umrundete: Fernando Magellan.

Um 1480 wird Magellan im Norden Portugals geboren. Seine Familie gehört zum niederen Adel. Als überzeugter Katholik prägen ihn die enge religiöse Weltanschauung des Spätmittelalters und der Gedanke, die Welt dem Christentum zu unterwerfen. Ferdinand ist Teil einer epochalen Zeitenwende – vom Mittelalter hin zur Neuzeit. So hatte Christoph Kolumbus 1492 Amerika entdeckt und damit andere Seefahrer angespornt, auf immer verwegenere Entdeckungsreisen zu gehen, um neue Länder und sagenhafte Reichtümer zu entdecken.

Mit Magellan als Generalkapitän stachen am 20. September 1519 fünf Schiffe von Sanlúcar de Barrameda aus in See. Er und seine Mannschaft entdeckten Ende 1520 die Magellanstraße und überquerten anschließend als erste Europäer den Pazifik. Nachdem sie die heutigen Philippinen am 21. März 1521 erreicht hatten, zieht Magellan dort „solch eine Irrsinns-Show ab, dass sich Eingeborene in großer Zahl zum Christentum bekehren und Spanien unterwerfen“, erzählt Historiker Jostmann.  Doch nicht alle. Als Magellan versucht, ein Dorf militärisch zu unterwerfen, wird er am 21. April 1521 von einem Giftpfeil und Lanzenstößen tödlich getroffen. 

Unter dem Kommando von Juan Sebastián Elcano kehrte nur ein einziges Schiff von Magellans Flotte, die Victoria, über die Route um das Kap der Guten Hoffnung am 6. September 1522 nach Sanlúcar zurück. Von den mehr als 240 Mann der ursprünglichen Besatzung umrundeten nur 35 die Erde: 18 auf der Victoria und 17 weitere, die unterwegs in portugiesische Gefangenschaft geraten waren. Rund 55 weitere Männer kehrten auf östlicher Route zurück, sodass insgesamt etwa 90 der ursprünglichen Expeditionsteilnehmer lebend wieder nach Spanien gelangten. Bekannt wurde die Geschichte der ersten Reise um die Welt vor allem durch den Bericht eines Überlebenden, des Italieners Antonio Pigafetta.

2021 ist es also 500 Jahre her, dass Magellan sein irdisches Sein verlor. An den Eroberer erinnern nicht nur zahlreiche Statuen und Denkmäler, auch musikalisch tritt er in Erscheinung in Kompositionen von Arie Malando, Ferrer Ferran, Jay Chattaway, Sean O’Loughlin, Masanori Taruya und Larry Neeck. An Magellan erinnert man sich auch im Universum mit den beiden „Magenall’schen Wolken“ die sogar mit freiem Auge gesichtet werden können. Louis Kroni und David Gillingham haben diese Himmelserscheinungnen musikalisch porträtiert.

(Quellen: Wikipedia; dw.com)