Ferdinand David war ein enger Freund Mendelssohns und war zu dieser Zeit Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters. 1938 schlug der Komponist seinem Freund ein Violinkonzert vor, das in der Konzeption bereits in diesem Jahr vorlag. Es dauerte aber weitere sechs Jahre bis zur Fertigstellung und wurde erst 1845 uraufgeführt. Während dieser Zeit stand Mendelssohn in regelmäßiger Korrespondenz mit David und suchte seinen Rat zu diesem Konzert.

Das Werk selbst gehörte zu den ersten Violinkonzerten der Romantik und beeinflusste die Kompositionen vieler anderer Komponisten. Obwohl das Konzert aus drei Sätzen in einer Standard-Schnell-Langsam-Schnell-Struktur besteht und jeder Satz einer traditionellen Form folgt, war das Konzert innovativ und enthielt viele für seine Zeit neuartige Merkmale. Zu den charakteristischen Aspekten des Konzerts gehören der unmittelbare Einsatz der Violine zu Beginn des Werks und die Verbindung der drei Sätze mit jedem unmittelbar auf den vorhergehenden Satz folgenden Satz.

Schon bald nach seiner Uraufführung wurde dieses Violinkonzert sehr populär und gilt bis heute als eines der größten Werke aller Zeiten für dieses Genre. Das Konzert hat sich einen Ruf als ein unverzichtbares Konzert entwickelt, das alle angehenden Konzertgeiger beherrschen müssen, und ist in der Regel eines der ersten Konzerte der Romantik, das sie lernen. Viele professionelle Violinisten haben das Konzert aufgenommen, und das Werk wird regelmäßig in Konzerten und Wettbewerben für klassische Musik aufgeführt.

In dieser Transkription des „Andante“ (2. Satz) von Gerard Posch wird der Solopart der Violine von einem Bläserensemble begleitet. Der Satz hat eine ternäre Form und erinnert an Mendelssohns eigene „Lieder ohne Worte“. Das Thema zum dunkleren Mittelteil in a-Moll wird zunächst vom Orchester eingeführt, bevor die Violine dann gleichzeitig die Melodie und die Begleitung aufnimmt. Die zittrige Begleitung verlangt vom Solisten flinke Fingerfertigkeit, bevor die Musik zum lyrischen C-Dur-Hauptthema zurückkehrt, das diesmal zu einem heiteren Abschluss führt.

Das „Andante“ für Violine und Bläser ist ein stilles Stück, in dem die Violine gut zur Geltung kommt. Erschienen bei Baton Music, Niederlande.