West Chester University Wind Ensemble mit interessanter zeitgenössischer Musik

Hosannas: eine Sammlung zeitgenössischer Komponisten
Hosannas: eine Sammlung zeitgenössischer Komponisten

Der Dirigent Andres Yozviak hat sich intensiv mit Kompositionen beschäftigt, die auf einen psychologischen Hintergrund beruhen. In „Hosannas“ findet man eine Sammlung zeitgenössischer Komponisten wie Kael Husa, John Corigliano, Charles Ives, Andrew Boysen jr. und den kürzlich verstorbenen David Maslanka. Letzterer ist mit seine Komposition Namensgeber der CD.

Karel Husa schreibt über sein Werk „Semetana Fanfare„, dass er diese Themen in Erinnerung an Smetana, den er als junger Mann so bewunderte, erweiterte und entwickelte. Durch das aufrichtige Wirken Smetana’s, sein Verhalten und seine Äußerungen in einer politisch schwierigen Zeit, einer Zeit des Kampfes für die tschechische Identität, hatte er grössten Einfluss auf Husa. Husa erinnerte sich an eine Aufführung von Smetana’s „Mein Vaterland“ während der Nazi-Besetzung im 2. Weltkrieg. Am Ende des Konzerts war das Publikum so aufgewühlt, dass Smetana’s Werk ein Symbol der tschechischen Widerstandsbewegung wurde. Das kurze Werk basiert auf zwei Themen aus Smetana’s Tondichtung „Wallensteins Lager“, welche dieser 1859 im schwedischen Exil in Göteburg komponierte.

Lullaby for Natalie“ (Wiegenlied für Natalie) entstand als Auftrag des Ehemannes der weltberühmten Geigerin Anne Akiki-Meyers zur Geburt ihrer Tochter Natalie. Corigliano spielte das Orchesterstück später im Rahmen eines Auftritts beim „Cabrillo Festival of Contemporary Music“ anlässlich der Feier des Dirigenten, Marin Alsops zwanzigstem Jahr als Music Director des Festivals. Corigliano erklärt, dass das Stück die „Zärtlichkeit und beruhigende Qualität eines Schlafliedes“ widerspiegeln soll.

Obwohl er professionell als Komponist und Organist ausgebildet ist, Charles Ives führte ein Doppelleben als Musiker und Versicherungskaufmann – sein Beitrag in beiden Bereichen war beeindruckend. In seiner Karriere als Versicherungskaufmann und Akteur entwickelte Ives kreative Wege, um Lebensversicherungspakete für Menschen mit finanziellen Mitteln zu strukturieren, was den Grundstein für die moderne Praxis der Nachlassplanung legte. Als Komponist verbrachte Ives lange Zeit damit, seine Musik zu komponieren und zu überarbeiten, von der vieles zu seinen Lebzeiten nicht aufgeführt wurde. Dennoch war er einer der ersten Komponisten, der sich mit einem systematischen Programm experimenteller Musik mit musikalischen Techniken wie Polytonalität, Polyrhythmik, Tonclustern, aleatorischen Elementen und Mikrotonalität beschäftigte und viele musikalische Innovationen des 20. Jahrhunderts vorwegnahm. Old Home Days ist eine Sammlung von Stücken, die von Ives in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts komponiert wurden, aber keines wurde für die Band geschrieben. Die meisten Bewegungen wurden für Stimme und/oder Tastatur eingestellt. Die Stücke in der Suite wurden von Jonathan Elkus für Band transkribiert.

Die Inspiration für das Stück stammt aus einem Interview, das Gould 1988 an Bruce Duffie gab. Als der Komponist das Interview las, war ich erstaunt, wie sehr er mit Goulds Worten einverstanden war. Gould diskutierte, was einige Stücke zum Erfolg und andere zum Scheitern bringt, und er sprach von der Art und Weise, wie bestimmte Werke einen viszeralen Einfluss auf den Hörer zu haben scheinen. This is the Drum, worin sich Boysen auf die Fähigkeit von Drums bezieht, deren Klang sich sofort mit dem Hörer zu verbinden scheint. Boysen habt sich entschieden, Morton Gould zu ehren, indem er versuchte, ein Stück zu schaffen, das diesen viszeralen Eindruck erzeugt und die Trommel in vielerlei Hinsicht in Szene setzt. Das Ausgangsmaterial für das Stück stammt aus dem Eröffnungsmotiv von Gould’s berühmtestem Werk, American Salute. Das Stück beinhaltet auch den Einsatz einer Marschmaschine, die Gould in seiner berühmten Symphonie für Bans verwendet.

Hosannas: Der Psychologe Carl Jung hat die erste Hälfte des Lebens als der Etablierung des Selbst und des Ortes in der Welt gewidmet beschrieben, die zweite als die Reise zu Gott. Sobald man über 70 Jahre alt wird, wird dieser Ansatz zur Absicht. Damit einher geht eine Haltung von Überraschung, Akzeptanz und Lob – der Ruf des Lobes – für alles, was ist. Alles ist göttlich, und es ist dies die klare, scharfe Absicht, dieses Verständnis den Generationen, die hinter uns auftauchen, zu vermitteln.

Diese Musik zeigt einmal mehr die langjährige Beschäftigung des Komponisten mit J.S. Bachs „371 vierstimmigen Chorälen“. Seit fast 25 Jahren singt dieser Stücke daraus fast täglich und komponierte seine eigenen Choräle im alten Stil. Die Praxis ist zu einem immer tiefer werdenden meditativen Gebet geworden. Die Melodien und Titel sind sicherlich christlichen Ursprungs, aber Maslanka hat sie als tiefen Ausdruck seiner gemeinsamen Menschheit gesehen und empfunden, die Herkunft und Label transzendiert. Ihre Einstellungen in dieser Komposition sind zentriert und ruhig, was den Raum für Selbstreflexion und die Stimme des Lobes öffnet.

Hosannas, West Chester University Wind Ensemble, Andrew Yozviak, Conductor